Testkit D1D plus
Testkit D1D plus der japanischen Polizei

D1D plus: neues Testkit gegen K.O.-Tropfen in Japan

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Die japanische Polizei macht sich das neu entwickelte Testkit D1D plus zunutze, um Männer zu verfolgen, die Frauen unter Drogen setzen, um sie zu vergewaltigen. Wie japanische Medien im April 2023 berichteten, hat die Polizei von Tokio (MPD) in Zusammenarbeit mit einem privaten Unternehmen das Testkit entwickelt, um sogenannte K.O.-Tropfen schneller nachweisen zu können.

Das Gerät mit der Bezeichnung “D1D plus” ist in der Lage, die Testergebnisse einer Urinprobe innerhalb weniger Minuten anzuzeigen. Der Name D1D plus stammt von der Tokioter Polizei. Diese hatte das Projekt vor zwei Jahren als Reaktion auf Verbrechen im Zusammenhang mit Vergewaltigungsdrogen (date rape drugs, DD) gestartet. Das neue Testkit hat bereits zu mindestens einer Festnahme geführt. Am 15. März 2023 verhaftete die Polizei in Ikebukuro den 34-jährigen Takanori Matsumiya, einen Angestellten eines Kabarett-Clubs. Der Vorwurf: Verdacht auf “quasi-gewaltsame unzüchtige Körperverletzung”.

Matsumiya soll am Abend des 8. März in seiner Wohnung eine minderjährige Angestellte unsittlich angegriffen haben, indem er sie dazu brachte, ein mit einem starken Schlafmittel versetztes Sportgetränk zu trinken. Die Jugendliche verlor vorübergehend das Bewusstsein, konnte sich jedoch an die unsittliche Handlung erinnern. Am nächsten Tag wandte sie sich an die Polizei. Für den Test kam das neu entwickelte D1D plus zum Einsatz. Er wies das Schlafmittel in einer Urinprobe nach und führte zur Verhaftung des Täters (Pressebericht: Japan Times).

Nach Angaben der japanischen Polizeibehörde ist die Zahl der Sexualdelikten unter Verwendung von Schlafmitteln in den letzten Jahren gestiegen. Die Zahl der Fälle hat sich von 17 im Jahr 2005 auf 85 im Jahr 2007 verfünffacht. Seit 2006 schwankt die Zahl zwischen 43 und 60 pro Jahr. Die Polizei geht jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele Vorfälle dürften auch deshalb nicht gemeldet worden sein, weil die Opfer bisher davon ausgehen mussten, dass genaue Testergebnisse nur in einem sehr kleinen Zeitfenster möglich sind.

D1D plus: schnell und präzise

Im Jahr 2021 beauftragte die MPD ein privates Unternehmen mit der Entwicklung des neuen Systems. Seit Dezember letzten Jahres wird es in einigen Polizeidienststellen provisorisch eingesetzt. D1D plus kann das Vorhandensein und die Art von Vergewaltigungsdrogen innerhalb weniger Minuten feststellen – viel schneller als die bisherigen Labortests , die zwischen einer Woche und einem Monat benötigten.

Darüber hinaus ist D1D plus in der Lage, zwischen verschiedenen Arten von Medikamenten zu unterscheiden. Selbst wenn ein Opfer täglich vom Arzt verschriebene Schlaftabletten einnimmt, können diese von einer Vergewaltigungsdroge unterschieden werden. Das neue Kit wird somit nicht nur die ersten Ermittlungen beschleunigen, sondern sollte es der Polizei auch ermöglichen, Ermittlungen fortzusetzen, die bisher durch unklare Testergebnisse behindert wurden.

Eine Option auch für Deutschland?

Die Erfahrungen der japanischen Polizei werden zeigen, ob Testkits wie D1D plus auch für die deutsche Polizei geeignet sind. Bisher ist der Nachweis von K.O.-Tropfen ein langwieriger Prozess und nicht jedes rechtsmedizinische Labor ist dazu in der Lage. Auf welche Substanzen das Testkit im Einzelnen anspricht, geht aus den Pressemitteilungen der japanischen Polizei nicht hervor. Es wird nur ganz allgemein von Schlafmitteln gesprochen. Diese sind aber bei weitem nicht die einzigen Substanzen, die als K.O.-Tropfen in Frage kommen.

Bei Drogen wie GHB und GBL, die der Körper innerhalb weniger Stunden vollständig abbaut, könnte auch ein Testkit vom Typ D1D plus an seine Grenzen stoßen. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn der Polizei auch in Deutschland alle technischen Möglichkeiten zur Verfügung stünden, um Vorfälle mit K.O.-Tropfen schneller verfolgen zu können.

Quelle: japantoday.com

 

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