GHB-Missbrauch Symbolbild

GHB-Missbrauch könnte dem Gehirn schaden

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Forscher haben festgestellt, dass regelmäßiger GHB-Missbrauch mit Veränderungen im Gehirn einhergeht. Betroffen sind vor allem Personen, die durch eine zu hohe Dosis der Droge ins Koma fallen. Die Folgen zeigen sich vor allem im Lang- und Kurzzeitgedächtnis, im IQ, im Stressniveau und in der Anfälligkeit für Angstzustände.

GHB-Missbrauch (Liquid Ecstasy)

GHB, auch bekannt als “Liquid Ecstasy”, ist ein Beruhigungsmittel für das zentrale Nervensystem, das auch als Partydroge verwendet wird. Es ruft ein euphorisches Gefühl hervor, kann aber auch müde machen.

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Manche Konsumenten fallen ins Koma und wurden deshalb schon mehrmals ins Krankenhaus eingeliefert. Trotz der insgesamt eher geringen Bedeutung des Freizeitkonsums von GHB ist es in Europa nach Heroin und Kokain der dritthäufigste Grund für drogenbedingte Notarzteinsätze. Die Tendenz ist steigend.

Studie zu GHB-Missbrauch

Um die Auswirkungen von GHB auf das Gehirn zu verstehen, rekrutierte ein Forscherteam der UMC Amsterdam 81 Freiwillige. Darunter befanden sich 27 GHB-Konsumenten, die bereits mehrere (mindestens vier) GHB-bedingte Komata erlebt hatten, und weitere 27, die noch nie ein Koma erlebt hatten. Außerdem gab es 27 Freiwillige, die verschiedene Drogen kombinierten, aber noch nie GHB konsumiert hatten. Alle Probanden mussten einen Lesetest absolvieren und Fragebögen zu Angst, Depression und Stress ausfüllen. Außerdem führten sie mehrere Denkaufgaben aus, während sie an einen Hirnscanner (fMRI) angeschlossen waren.

Ergebnisse

Es gab zwei Hauptergebnisse. Erstens war GHB-Missbrauch auch bei Personen, die kein Koma erlitten hatten, mit Veränderungen in der Identifizierung negativer Emotionen verbunden. Zweitens war das Vorliegen eines GHB-induzierten Komas, nicht aber der Konsum an sich, mit einer geringeren Intelligenz (trotz ähnlicher Ausbildung) und mit Veränderungen in Langzeit- und Arbeitsgedächtnisprozessen des Gehirns verbunden. Weitere Analysen zeigten, dass die Ergebnisse nicht auf Unterschiede beim Konsum anderer Drogen zurückzuführen waren.

Die leitende Wissenschaftlerin Filipa Raposo Pereira sagte: “Über die Auswirkungen von GHB auf den Menschen ist erstaunlich wenig bekannt. Soweit wir wissen, sind dies die ersten funktionellen MRT-Scans, die die Auswirkungen des regelmäßigen Konsums und des dadurch ausgelösten multiplen Komas messen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass regelmäßiger GHB-Konsum mit Risiken verbunden sein kann. Dies gilt insbesondere für regelmäßige Konsumenten, bei denen es zu einem GHB-induzierten multiplen Koma gekommen ist. Wir haben festgestellt, dass diese Konsumenten im Vergleich zu denjenigen, die nie ins Koma gefallen sind oder nie GHB konsumiert haben, kognitive Unterschiede aufweisen.

Die Studie konnte zeigen, dass Personen mit mehrmaligem GHB-induziertem Koma auch 63% mehr Stress, 23% mehr Angst und Veränderungen im Langzeitgedächtnis aufweisen. MRT-Scans zeigen ebenfalls Veränderungen im Gehirn. Bestimmte Bereiche zeigen eine veränderte Hirnaktivität und Konnektivität zwischen Hirnbahnen, die für das Gedächtnis relevant sind. Die Ergebnisse zeigen, dass es Veränderungen im Gehirn gibt, die mit mehrfachen GHB-induzierten Komas einhergehen. Die meisten Konsumenten erleben jedoch nur ein Hochgefühl, gefolgt von Schläfrigkeit oder Schlaf, so dass sie die negativen Auswirkungen nicht wahrnehmen.

Schlussfolgerungen

Professor David Nutt vom Imperial College in London sagte: “Die Ergebnisse sind interessant. Freizeitkonsumenten sollten darauf aufmerksam gemacht werden. Sie spiegeln wahrscheinlich Momente der Hypoxie wider, die durch überhöhte GHB-Konzentrationen im Gehirn verursacht werden. Bei der Verwendung von GHB als Medikament – z.B. zur Behandlung von Narkolepsie – scheint kein derartiges Risiko zu bestehen. Patienten, die dieses Medikament einnehmen, müssen sich keine Sorgen machen.

Laut Filipa Raposo Pereira gibt es einige Punkte, die bei ihrer Studie zu beachten sind. Erstens wurde die Studie nur mit Männern durchgeführt, so dass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf Frauen übertragbar sind. Zweitens sei zu bedenken, dass zwar ein Zusammenhang zwischen GHB-Missbrauch und Veränderungen des Gehirns und der kognitiven Fähigkeiten festgestellt worden sei, dies aber nicht notwendigerweise bedeute, dass auch ein kausaler Zusammenhang bestehe. Um Letzteres zu bestätigen, wäre ein anderes Studiendesign erforderlich.

Am meisten gefährdet sind Konsumenten, die (aus dubiosen Quellen) gezielt GHB-kaufen, um es als Droge zu konsumieren. Sie können nie sicher sein, welche Substanz sie in welcher Konzentration erhalten.

Quelle: sciencedaily.com

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